Orto Parisi: Stercus

“I’d rather smell of nothing than sweet.” Marcus Valerius Martial –

As a child I went to Rome with my parents every summer. Apart from the heat and the buildings, I didn’t really remember much, except for one thing that had a lasting influence on me and created a deep feeling of joy. Because after every walk through the city we stop at our favourite restaurant La Campana, it is only a stone’s throw away from the Piazza Tribunal and was always the highlight for me, on the one hand because the Spaghetti Bolognese were incredibly tasty, on the other hand because the restaurant was gladly visited by priests of the nearby Vatican.

The church servants have always exerted a morbid attraction on me. The way they spoke, moved and dressed fascinated me immensely as a child. I remember one of the priests in particular. He must have been around 60, had a long white beard, kind eyes and laughed a lot. He also took great pleasure in smoking a pipe. I watched him often, and from time to time he joked with me. He grimaced or gave me an ice cream.

What I actually remembered for a long time was less his nature than his smell. This perfectly matched his appearance. His skin was slightly tanned from the sun, he was masculin, yet he seemed soft and warm.Kind and at the same time dominant.

The smell of the tobacco of his pipe mixed with that of the leather of his shoulder bag. Also the smell of the wood of the walking stick could be taken clearly. He had a small espresso in front of him that smelled of caramel and coffee. None of the scents was stronger than the other, they were all present. A real firework of scents!

30 years later I passed a gentleman in a shopping street. There it was again, this smell that suddenly catapulted me to Rome. Warm, soft, masculine, full of wood, leather and tobacco. When asked what kind of scent it was, the gentleman replied. Stercus by Orto Parisi.

I suddenly laughed out loud, because Stercus was the nickname the priest from the restaurant had given me at that time. It means dirty sparrow.

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„Lieber will ich nach nichts, als lieblich riechen.“ Marcus Valerius Martial –

Als Kind fuhr ich mit meinen Eltern jeden Sommer nach Rom. Neben der Hitze und den Bauten blieb mir eigentlich nicht viel in Erinnerung, bis auf eine Sache, die mich nachhaltig beeinflusst und in mir ein tiefes Gefühl von Freude erzeugt. Denn nach jedem Spaziergang durch die Stadt kehren wir in unserem Lieblingsrestaurant La Campana ein, es ist nur einen Steinwurf vom der Piazza Tribunal entfernt und war für mich immer das Highlight, zum einen, weil die Spaghetti Bolognese unglaublich lecker waren, zum anderen, weil das Restaurant gerne von Priestern des nahegelegenen Vatikans aufgesucht wurde.

Schon immer übten die Kirchendiener einen morbiden Reiz auf mich aus. Wie sie sprachen, sich bewegten und sich kleideten faszinierte mich als Kind ungemein. An einer der Priester erinnere ich mich besonders. Er muss wohl um die 60 gewesen sein, hatte einen langen weißen Bart, gütige Augen und lachte viel. Ferner hatte er große Freude daran Pfeife zu rauchen. Ich beobachtete ihn häufig, und hin und wieder scherzte er mit mir. Er zog Grimassen oder spendierte mir ein Eis.

Was mir tatsächlich nachhaltig im Gedächtnis blieb, war weniger sein Wesen als sein Geruch. Dieser passte perfekt zu seinem Äußeren. Seine Haut war leicht von der Sonnen gegerbt, er war männlich, dennoch wirkte er weich und warm.

Gütig und gleichzeitig dominant. Der Geruch vom Tabak seiner Pfeife mischten sich mit dem des Leders seiner Umhängetasche. Auch den Duft vom Holz des Gehstocks konnte man deutlich war nehmen. Er hatte einen kleinen Espresso vor sich stehen, der nach Karamell und Kaffee roch. Keiner der Düfte war stärker als der andere, sie waren alle präsent. Ein wahres Feuerwerk an Düften!

30 Jahre später ging ich an einem Herren in einer Einkaufsstraße vorbei. Da war er wieder, dieser Geruch, der mich unvermittelt nach Rom katapultierte. Warm, weich, männlich, voller Holz, Leder und Tabak. Auf die Frage, was das für ein Duft sei, antwortete der Herr. Stercus von Orto Parisi.

Ich lachte unvermittelt laut auf, denn Stercus war der Spitzname, den mir der Priester aus dem Restaurant damals gegeben hatte. Es bedeutet Dreckspatz.

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Comment (1)

  1. it’s really great fun to read your post. Keep going!

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