Diptyque: Tam Dao

„Die Erinnerung ist das Parfum der Seele.“ Earl John Russel –

Paris. Geschichte paart sich mit Modernität und Hedonismus mit Liebe und Sehnsucht. Gerüche an jeder Ecke. Manchmal setzte ich mich einfach auf eine Parkbank und schließe die Augen. Ich versuche dann mit der Nase zu sehen. Wie könnte die Person aussehen, die gerade an mir vorbeigeht? Was trägt sie? Am liebsten mache ich es abends, wenn die Stadt sich beruhigt, die Luft klarer und die Töne leiser werden. Aus jeder Ecke duftet es, riecht es, stinkt es. Alles zusammen macht den Duft einer Stadt aus, den Duft von Paris, dieser Stadt, die ich so sehr liebe!

Ich schlafe im Ritz Paris und schlendere zum Eifelturm die Seine entlang. Das Ganze ist wahnsinnig beruhigend und doch so inspirierend. Die kleinen Stände entlang der Seine. Von Büchern bis zu Schmuckstücken wird allerlei feilgeboten.

Auf dem Rückweg steuere ich immer die Boutique von Diptyque an. Meine Frau und ich sind verrückt nach Diptyque und deren Duftkerzen. Unsere Wohnungen stehen voll davon und erzeugen mit ihrem Duft ein einzigartiges Pottpourie, den unverkennbaren Duft von „Zuhause“.

Ich überlege meist schon auf dem Weg auf was ich Lust hätte, was ich unterwegs gerochen habe und wie man den Duft in eine Kerze verpacken könnte, in der leisen Hoffnung, bei Diptyque genau diesen Duft zu finden. Meine Frau freut sich über nichts mehr als über die kleinen duftenden Geschenke aus Paris.

Ich betrete den Laden mit den Worten: „Es soll regnen! “ Mein mir vertrauter Berater ist sofort zur Stelle und sagt ruhig: „Wo soll es regnen?“ Ich bin aufgeregt: „Hier, genau hier! Im Jardin des Plantes!“ Mein Berater lächelt sanft und entgegnet: „So dann, lassen wir es regnen.“

Er reicht mir einen Duft mit dem Namen Tam Dao. Auf ein Parfum bin ich eigentlich gar nicht eingestellt, aber ich öffne den transparenten, bauchigen Flakon und rieche an dem Tester.

Mit einem Mal laufe ich durch den Jardin des Plantes. Es wird bald anfangen zu nieseln und ich rieche die Feuchtigkeit in der Luft. Der Wind frischt auf und verteilt die Aromen des Gartens großzügig.

Dann kommt der Regen, Boden und Blumen sind sofort nass und geben ein Aroma ab, welches nur bei Feuchtigkeit entsteht. Es riecht nach Graslandschaften, nasser Wiese, feuchtem Holz, allerlei Gewürzen, nach Leichtigkeit und Freiheit. An nur wenigen warmen Regentagen möchte man sich ausziehen und den Regen auf der nackten Haut spüren, heute ist einer davon.

Der Duft ist wie leicht und doch vielschichtig, nicht fragil oder subtil. Klar strukturiert. Vor allem die Zypressen sind deutlich zu erkennen. In Kombination mit einem Hauch von Zitronendüften, als würde die Bäume direkt neben einem stehen. Dann noch mehr Hölzer, Sandelholz, Zedernholz, Rosenholz. Wie der berauschende Spaziergang durch den wunderschönen Park. Genau wie der Jardin des Plantes.

Ich öffne wieder die Augen. Mein Berater lächelt mich an und sagte: „Und? Hat es geregnet?“ Ich sagt nur: „Ja, mein Lieber. Und es war schöner denn je.“

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Kommentare (2)

  1. So wunderschön geschrieben!

  2. Respekt, Respekt! Sounds good! Ich kann deine „Erlebnisreisen“ sehr gut nachempfinden und bekomme Lust auf tasting. Und ich bin einer der emotionslosesten Typen überhaupt! 🙂

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